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Der Citrin
Die Namensgebung ist von der Farbe abgeleitet ,dem Gelb der
Zitrone, obwohl die beliebtesten Steine ein klares, leuchtendes Gelb besitzen.
Wie alle Quarze hat der Citrin die Härte 7 in der Mohs'schen Härteskala
und ist damit gegen Kratzer verhältnismäßig unempfindlich. Auch
kräftigere Stöße werden nicht gleich übel genommen, da
er keine Spaltbarkeit besitzt. Selten kommt freilich auch beim Quarz das Gelb in der Natur vor, wenn sich Spuren von Eisen im Siliziumdioxyd befinden. Historische Fundorte sind Spanien, die schottische Insel Arran, Frankreich, Ungarn und einige überseeische Abbaue. Möglicherweise wäre der Citrin heute kein Thema mehr, hätte man nicht schon Mitte des 18. Jahrhunderts herausgefunden, daß auch Amethyste und Rauchquarze durch sogenanntes Brennen gelb werden können. Diese Hitzebehandlung bei Temperaturen zwischen 470 und 560 Grad muß sehr behutsam erfolgen und setzt große Erfahrung voraus. Ihre Anwendung aber wurde im Laufe von 200 Jahren so selbstverständlich, daß die meisten heute im Handel erhältlichen Steine gebrannte Amethyste oder Rauchquarze sind. Nur ein geübter Fachmann kann an der unterschiedlichen Farbverteilung - wolkig beim Naturgelb, von zarter Streifung bei gebrannten Steinen - überhaupt die Hitzebehandlung erkennen. Der Boom für die gelben bis rötlichen Kristallquarze setzte in Europa erst ein, als in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die ausgewanderten Idar-Obersteiner Achatschleifer aus Brasilien und Uruguay mit Amethyst und Achat auch große Mengen Citrin in die alte Heimat schickten. So trugen die goldgelben Quarze mit dazu bei, daß sich Idar-Oberstein bis heute zu einem Weltzentrum der Edelsteine entwickelt hat. Wie sie es vom Achat und anderen Quarzarten gewohnt waren, gaben die Schleifer dem Citrin seinen Facettenschliff jahrzehntelang auf großen rotierenden Sandsteinen. Dabei wurde der Rohstein mit der bloßen Hand gehalten. Wer darüber einmal nachdenkt, bekommt eine Ahnung von der großen Geschicklichkeit der Hunsrücker Schleifer.
Wodurch unterscheidet sich aber nun der wirkliche Topas vom Citrin? Chemisch ein Fluor-Aluminiumsilikat, ist dieser Edelstein bedeutend härter, schwerer und hat eine höhere Lichtbrechung als Quarz, die ihm in guter Farbe mehr Feuer verleiht. Eine Schwäche ist nur seine gute Spaltbarkeit, die bei der Verarbeitung beachtet werden muß. Finden kann man ihn in allen Farben des Regenbogens, und bekannt ist er schon seit mindestens 2000 Jahren. Ob der Name auf Sanskrit oder Griechisch zurückgeht, ist nicht eindeutig zu beweisen, wobei die griechische Bezeichnung mit einer romantischen Geschichte verknüpft ist. Schiffbrüchige Piraten sollen den Stein auf einer sagenhaften Insel im Roten Meer entdeckt haben - "topazos" heißt: gesucht und gefunden. Die Römer weihten den Topas dem Jupiter. Sein häufigster Farbton ist gelb, und so kommt er auch in einem der bedeutendsten deutschen Edelsteinfelsen, dem Schneckenstein in Sachsen, vor. Im 18. Jahrhundert wurde er dort über 60 Jahre lang bergmännisch abgebaut. Die meisten Kristalle waren jedoch kaum einen Zentimeter groß. Da mußte man schon nach Sibirien oder Brasilien gehen, um faustgroßen Kristallen zu begegnen. Von der Schönheit geschliffener Exemplare kann man sich beispielsweise in der Topas-Garnitur im Grünen Gewölbe in Dresden überzeugen. Der riesige herrliche Topas der portugiesischen Krone, der Braganza, wurde sogar lange als Diamant angesehen.
Im Empire war der Topas noch weit verbreitet, aber dann löste
ihn buchstäblich der preiswertere Citrin ab und übernahm sogar seinen
Namen. Seitdem ist der Topas im Schmuckhandel ein Exot und bekam die Zusatzbezeichnung
edel, um klar zu machen, wenn man wirklich den Topas und nicht den "Quarz-Topas"
meint. Auf sein Comeback wartet er bis heute.
Quelle: gemstone.org
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